2026-06-08

🔬 Gedankenexperiment: "Zeitscheibentorte"


Dieses Gedankenexperiment ("Zeitscheibentorte") knüpft lose an das Gedankenexperiment zum Thema "Ambivalenz & Wahrnehmungsebenen" an. Während es in dem vorangegangenen Gedankenexperiment um verschiedene innere Reaktionen und Zustände während eines bestimmten Ereignisses ging, liegt der Fokus beim Gedankenexperiment "Zeitscheibentorte" auf der Modellierung der Wahrnehmung zu verschiedenen Zeitpunkten durch verschiedene Bewusstseine (ja, es gibt wirklich einen Plural des Wortes "Bewusstsein" und der Plural lautet "Bewusstseine"). 

Die obige Illustration, die mit Unterstützung von Gemini erstellt wurde, kann beim Verständnis dieses Gedankenexperiments und der Modellierung helfen. 

Als Grundlage dienen die folgenden Konzepte: 

Zeitpunkte (horizontal)

Ein horizontaler Zeitpunkt bezeichnet ein einziges Bewusstsein, das das eigene „Jetzt“ zu einem bestimmten Zeitpunkt (z. B.: Zeitpunkt T1 oder T2, siehe unten) erlebt.  

Beispiel: T1: Zeitpunkt 1 (horizontal): Jeweils ein einziges Bewusstsein, das sein persönliches „Jetzt“ in einem bestimmten Moment wahrnimmt, z. B. DU oder ICH (siehe Illustration). T2: Zeitpunkt 2 (horizontal): Dasselbe Bewusstsein, das sich metaphorisch von Zeitpunkt 1 zu Zeitpunkt 2 bewegt und das „nächste“ "Jetzt" wahrnimmt, z. B. DU oder ICH (siehe Illustration). 

Zeitpunkte (vertikal)

Ein vertikaler Zeitpunkt bezieht sich auf ein bestimmtes, anderes, einziges Bewusstsein, das das „Jetzt“ zu einem bestimmten Zeitpunkt (z. B.: Zeitpunkt T1 oder T2, siehe unten) erlebt.  

Beispiel: T1: Zeitpunkt 1 (vertikal): Ein weiteres Bewusstsein, das das „Jetzt“ von Zeitpunkt 1 wahrnimmt, z. B.  ICH (siehe Illustration). T2: Zeitpunkt 2 (vertikal): Ein weiteres Bewusstsein, das sich von Zeitpunkt T1 zu Zeitpunkt T2 bewegt und das „nächste“ "Jetzt" wahrnimmt, z. B. DU oder ICH (siehe Illustration). 

Hinweis: Die Modellierung der Zeitpunkte als horizontal und vertikal ergibt sich natürlich aus der beabsichtigten Folgemodellierung von Zeitlinien und Zeitebenen mit vielen Bewusstseinen und ist ein wenig relativ, da ein vertikaler Zeitpunkt natürlich nur in Bezug auf einen anderen, horizontalen Zeitpunkt (und ein anderes Bewusstsein) als vertikal modelliert werden kann. Man könnte alternativ auch direkt das Bewusstsein für die Modellierung und Benennung benutzen, also z. B. T1 (DU) im Unterschied zu T1 (ICH).

Zeitlinien (horizontal)

Die Bezeichnung "horizontale Zeitlinie" beschreibt das ganz normale Erleben der Zeit, also der Abfolge horizontaler Zeitpunkte (siehe oben), durch ein einziges Bewusstsein, z. B. DU oder ICH (siehe Illustration). 

Beispiel: Zeitlinie (horizontal) 1: Ein Bewusstsein, das sich von Jetzt zu Jetzt bewegt und wahrnimmt, z. B. T1 zu T2, also von "Jetzt" bis "Jetzt" bzw. von "Jetzt" zu "Jetzt" bzw. von Zeitpunkt 1 (horizontal) zu Zeitpunkt 2 (horizontal): Das Bewusstsein bewegt sich von Zeitpunkt T1 zu Zeitpunkt T2 (und danach zu T3 usw.) und nimmt dort das „nächste“ "Jetzt" wahr (siehe Illustration). 

Zeitlinie (vertikal)

Als "vertikale Zeitlinie" bezeichnet dieses Gedankenexperiment eine Art "Zeitstapel" bzw. "Jetzt-Stapel" bzw. "Jetzt-Linie", aus der z. B. Empathie entstehen kann. Alle Bewusstseine (vertikal) zum Zeitpunkt 1, die sich im selben Jetzt befinden und ggf. gegenseitig wahrnehmen, das gleiche Jetzt also erleben und u. U. sogar einander gemeinsam wahrnehmen.

Beispiel: Alle Bewusstseine (vertikal) aller Wesen zu einem Zeitpunkt, die sich im selben Jetzt gegenseitig wahrnehmen, das gleiche Jetzt erleben und einander gemeinsam wahrnehmen (siehe Illustration). Wichtig: Eine vertikale Zeitlinie beschreibt in dieser Modellierung keine Abfolge von Zeitpunkten sondern die Summe aller wahrnehmenden Bewusstseine zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Zeitebene (horizontal)

Eine horizontale Zeitebene ergibt sich in dieser Modellierung aus der Summe aller parallelen, horizontalen Zeitlinien aller parallelen Bewusstseine eines bestimmten Bewusstseins, also alle Zeitlinien aller anderen DUs bzw. aller anderen anderen ICHs, die jeweils primär die eigene Zeitlinie wahrnehmen. In der Illustration ist die horizontale Beispielzeitebene anhand von fünf horizontalen Zeitlinien dargestellt, in denen fünf verschiedene DUs parallel verschiedenen Aktivitäten nachgehen (z. B.: Musizieren, lesen, meditieren etc.).

Zeitebene (vertikal)

Eine vertikale Zeitebene ergibt sich in dieser Modellierung aus der Summe aller parallelen Bewusstseine aller Bewusstseine zu einem bestimmten Zeitpunkt, also alle DUs und alle ICHs und alle anderen Bewusstseine und deren parallelen Bewusstseine. Man kann sich eine solche vertikale Zeitebene vorstellen, indem man die in der Illustration dargestellte vertikalen Zeitlinie parallel ausdehnt analog zum Beispiel der horizontalen Zeitebene. Wichtig: Eine vertikale Zeitebene beschreibt in dieser Modellierung keine Abfolge von Zeitpunkten sondern die Summe aller wahrnehmenden Bewusstseine und aller parallelen Bewusstseine zu einem bestimmten Zeitpunkt.

 

Aus den Grundlagen ergibt sich die Modellierung: 

Zeitscheibentorte 🎂

In diesem Gedankenexperiment entsteht die "Zeitscheibentorte" aus der Summe bzw. dem "Stapel" aller horizontalen Zeitebenen, also der Summe der Summen aller Bewusstseine. Man könnte daher auch von einem "Zeitvolumen" oder einem "Zeitebenen-Stapel" sprechen (siehe Illustration).

Theoretisch ist die Zeitscheibentorte natürlich nicht rund und auch nicht endlich, aber für eine gedankliche Perspektive auf die Zeit, parallele Realitäten oder z. B. das Konzept der Empathie bietet sie Ansätze, die individuell weiter ausmodelliert werden können. 

Viel Spaß beim Vergrößern der Zeitscheibentorte!