2008-07-25

🔥🔨🍀 Praktikum: Ihres Glückes Schmied: Begrüßung & Einführung

Die folgende, klassische Begrüßung und Einführung zum Praktikum als "Ihres Glückes Schmied" muss von Ihnen für einen erfolgreichen Abschluss des Praktikums nicht unbedingt gelesen werden und dient lediglich als Orientierungshilfe für lesefreudige und begeisterte Praktikant*innen.

Wenn Sie ein*e lesebegeisterte Person sind, widmen Sie Ihre Aufmerksamkeit gerne der folgende Begrüßung und Einführung, um ein Gefühl für die teils humoristische, teils fantasiereiche, teils fiktive und gezielt verwirrende Praktikumswelt zu bekommen, die Sie erwartet und kehren Sie danach begeistert zum Praktikums-Onboarding zurück. Wir freuen uns auf Sie!

 

Herzlich Willkommen! 


Es freut mich sehr, dass Sie es bis hierher geschafft haben. Ab jetzt kann Ihnen nichts mehr passieren. Die Leute aus der Personalabteilung sind wie abschreckende Wachhunde, die Praktikumsinteressierte erst einmal ein bisschen auf Herz und Nieren testen müssen. Das ist ihre Aufgabe. Das ist wichtig, aber nicht ernst. 

Privat sind sie ganz handzahm und freundlich. Ich hätte keine Lust darauf, mich bei der Arbeit so zu verstellen, aber die Jungs sind glücklich mit dem Spiel, das sie da spielen. Dieses grobe Gehabe, diese roboterhaften Wiederholungen, diese plumpen Formulierungen! Aber verstehen Sie mich richtig: Einer muss diesen Job machen! Es ist absolut notwendig, dass gecheckt wird, ob Sie alles, was nötig ist, mitbringen, sonst läuft es nicht. 

Ich möchte Ihnen das mit folgender Geschichte gerne kurz verdeutlichen: Stellen Sie sich vor, Neil Armstrong steigt in eine Rakete, deren Entwicklung viele Milliarden Dollar gekostet hat und fliegt damit zum Mond. Im Mondorbit angekommen steigt er ins Landemodul und landet damit sicher auf der Mondoberfläche. Er zieht seinen Raumanzug an und möchte als erster Mensch die Mondoberfläche betreten und sagen: „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein gewaltiger Schritt für die Menschheit!“

Er möchte Geschichte schreiben und ewigen Ruhm ernten. 

Und was passiert: Beim Aussteigen bleibt er überraschend in der Ausstiegsluke hängen, weil er einfach zu breite Schultern hat. Ein winziger Schritt für einen Menschen, aber ein unmöglicher für Neil Armstrong. Sie verstehen? Deshalb muss die Personalabteilung so hart auswählen. Sie bewahrt uns alle vor Fehlinvestitionen und größerem Schaden.

Naja, wie dem auch sei. Jetzt haben Sie es jedenfalls geschafft. Alles wird gut. Alles ist gut. Ach, Sie werden schon sehen. Ich gratuliere Ihnen bereits jetzt und verspreche Ihnen, dass Sie in dem Moment, in dem Sie verstehen, warum ich Ihnen jetzt schon zu Ihrem Glück gratuliere, sehr glücklich sein werden. Die Welt ist paradox, aber nicht gleichzeitig. Hihi.

Jetzt, da Sie dazu gehören, kann ich Ihnen ja schon mal eines unserer großen Geheimnisse verraten: Wir alle hier in der Firma sind glücklich. Es ist allerdings nicht immer zu erkennen. 

Nehmen Sie die Jungs aus der Personalabteilung. Denen macht es Spaß, böse und gruselig zu sein. Teil von „böse und gruselig sein“ ist aber, dass niemand erkennt, wie glücklich man dabei ist und dass man auch ganz anders könnte, denn dann glaubt einem keiner mehr. Deshalb sagte ich eben auch „wichtig, aber nicht ernst“. 

Wenn Sie wüssten, wie glücklich die Jungs sind, hätten Sie ja keine Angst mehr und die Personaler wären plötzlich gar nicht mehr glücklich über die eigene Außenwirkung, weil die dahin wäre. Paradox, nicht wahr? 

Lassen Sie sich nicht davon verwirren, dass ich manchmal in meinen Erklärungen springe, Sie vielleicht Dinge noch nicht verstehen oder als wirr ablehnen. Alles, was von zentraler Bedeutung ist, wird ihnen während Ihres Praktikums mehrfach und gut verständlich dargelegt. Sie können mir in dieser Hinsicht vertrauen, ich habe schon viele „Schmiede Ihres Glücks“ mit ausgebildet. Das ist es, was mich begeistert und glücklich macht. 

Die Geschichten dienen übrigens dazu, ein wenig den Acker Ihres Geistes zu pflügen, damit die kleinen Samen des Glücks später in gute Erde fallen und schnell und kräftig wachsen und gedeihen können. Alles hat seinen Sinn. Und trägt in sich den Samen des Unsinns. Hihi. Sie werden verstehen, daran glaube ich fest. Lust auf eine Geschichte?

Es war einmal ein junger und kräftiger Eisbär, der lebte mitten in seinem absoluten Glück. Das bedeutete für ihn natürlich: Er lebte im Eis. Am Nordpol. Mit Freunden und Familie. Er jagte voller Begeisterung…

Moment! Stopp! 

Hallo, guten Tag, Sie schauen aber unsicher und verwirrt in die Welt! Naja, verständlich, wenn man hier als Praktikant*in neu ankommt und direkt mit einer Geschichte überfallen wird. 

Geschichten sind in meinen Augen eine gute Gedächtnisstütze. Der freundliche Kollege, der Sie gerade direkt in Beschlag genommen hat, vertritt die Auffassung, er könne damit Ihren Geist beackern und den Boden bereiten, so dass Glück wachsen kann. 

Ich halte davon persönlich nicht sehr viel. Ich glaube, dass man die Moral einer Geschichte nicht erkennen kann, wenn es keinen Kontexthinweis gibt. Geschichten enthalten so viel und wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die meisten Menschen oft nicht einmal bei einfachen Beobachtungen in der Lage sind, die reine Beobachtung von der eigenen Interpretation zu trennen (vgl. Jacobs/Blackburn et al. 1988). 

Ich vertrete daher die Ansicht, dass eine gute, wissenschaftlich fundierte Kenntnis des Menschseins, der eigenen Stärken, Schwächen und Fähigkeiten notwendige Voraussetzung für erfolgreiches Arbeiten als „Ihres Glückes Schmied“ ist. Ich stehe Ihnen daher während Ihrer Ausbildung mit vielen wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Seite …

Stopp! Hallo! 

Huch, na so eine Überraschung, da sind Sie ja schon! Freut mich, Sie kennenzulernen. Sehr pünktlich, sehr gut! Das macht einen guten ersten Eindruck. Die Personalabteilung scheint mal wieder einen Volltreffer gelandet zu haben. 

Und wie ich sehe, haben Sie auch schon einige Kollegen kennengelernt, die Sie – wie sie Ihnen sicher erzählt haben – in Teilen während Ihres Praktikums beraten und betreuen werden. Ich bin ihr Hauptausbilder. 

Ich bin während Ihres Praktikums für Sie zuständig, betreue Sie, begutachte Ihre Fortschritte und unterstütze Sie hier in jeder Hinsicht. Bitte kommen Sie doch erst einmal mit in mein Büro, dann erkläre ich Ihnen, wie das hier alles so abläuft.

Bitte nehmen Sie Platz, machen Sie es sich bequem.

Das Praktikum ist in drei Phasen gegliedert. In Phase I lernen Sie die Methode kennen, mit der Sie in der Folge arbeiten werden. In Phase II beginnt das intensive Fehlertraining, in dessen Verlauf Sie die Feinheiten der Methode ausloten. In Phase III beherrschen Sie die Methode bereits weitgehend sicher und lernen, bewusst zwischen Anwendung und Nicht-Anwendung zu wechseln.

Mit vielen praktischen Beispielen lernen Sie bei mir, Ihr Glück zu schmieden, während meine beiden Kollegen, die Sie gerade kennen gelernt haben, Sie auf Wunsch mit weiterführendem Theoriewissen und nützlichen Anekdoten versorgen. In einigen Fällen werden wir bestimmte Stimmungen und Erlebnisse erzeugen, damit Sie diese für den Lernprozess nutzen können. 

In den letzten Minuten haben wir bei Ihnen z. B. ein Gefühl der Unsicherheit und Verwirrung erzeugt. Sie fragten sich: Wer ist hier wichtig? Auf wen muss ich hören? Wer spricht da eigentlich mit mir? 

Diese Verwirrung haben wir einerseits erzeugt, damit Sie sich ein wenig verloren fühlen, so wie es am Anfang eines Praktikums üblich ist. Andererseits wurde die Verwirrung erzeugt, damit Sie ein erstes Beispiel dafür haben, wie wir manchmal gezielt Stimmungen und Erlebnisse schaffen. 

Innerhalb der einzelnen Phasen Ihres Praktikums dürfen Sie oft selbst entscheiden, wie viel Theorie Sie sich aneignen möchten und ob Sie zusätzlich zum praktischen Teil noch Geschichten hören möchten. Sammeln Sie so viele Erfahrungen, wie Sie brauchen. 

Ein sehr wichtiger Hinweis: Alle Exkurse und Geschichten sind Nebensache, Hauptsache ist die Methode und Ihre Anwendung – das bedeutet, Sie können eine Phase nur abschließen, wenn Sie praktische Erfahrungen gesammelt haben. Übungen sind ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung. Auch wenn das Praktikum teilweise fantastisch, fiktiv und verwirrend ist, die Methode ist fundiert, wurde im Rahmen einer wissenschatlichen Abschlussarbeit, die von beiden Prüfern mit 1,0 bewertet wurde, entwickelt und das Beste: Ihr persönliches, am eigenen Leib erlebtes und erfahrenes Glück und Wohlgefühl während der Anwendung wird für Sie schon bald eine bessere Bestätigung der Wirksamkeit sein, als selbst die besten wissenschaftlichen Modellierungen oder Studienergebnisse es je sein können.

Nur durch Übung können Sie Routine gewinnen, Ihre ganz eigenen Fehler im Umgang mit der gelehrten Methode entdecken, verstehen und beheben. 

Genug der Vorrede, ich glaube, Sie verstehen mich. Sie haben den Einstellungstest bestanden, bringen also alle nötigen Voraussetzungen mit. 

Das Abenteuer beginnt jetzt - sofern Sie meiner Empfehlung folgen möchten - mit einer kleinen Geschichte meines Kollegen…

[Wenn Sie - wie empfohlen - mit dem klassischen Start fortfahren möchten, also mit der kleinen Geschichte, lesen Sie jetzt bitte gleich zunächst hier die Geschichte und navigieren Sie danach eigenständig zur ersten Lerneinheit der zentralen Komponenten und tauchen Sie dort vollends in die selbstverantwortliche, fiktive, verwirrende, fantastische Praktikumswelt ein.]

[Wenn Sie jetzt lieber schon eigenständig eine andere Route in die Praktikumswelt wählen möchten, klicken Sie bitte hier und folgen Sie Ihrer Begeisterung.]